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Zitat von TAFKABP
Hi Feltnix
Du kommst mir wie gerufen!
Inwieweit bringst Du Deinem Programm bei welche Felder von Bedeutung sind?
Die Felder um den König herum dürften erstmal eine höhere Wichtung haben. Die Wichtung der Felder ändert sich aber im Laufe der Partie.
Ich denke, die Partie ist vorrangig ein Ringen um Felder und Raum. Bangievs Felderstrategie zielte sicher in diese Richtung ab. Hatte ich aber nicht verstanden. Aufgrund des begrenzten Raumes(die 64 Felder), stehen die Figuren beider Spieler und die Kontrolle von Feldern in einer Wechselwirkung. Es geht darum durch gut positionierte Figuren möglichst viele Felder zu beherrschen. (Zentralisierung) Warum schreibe ich das alles?
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Es ist leider wesentlich banaler, als man denkt.
Erstens haben die Versuche, Programme mit ausgefeilten Bewertungsfunktionen zu schreiben, zu nix geführt. Botwinnik hat sehr lange daran geforscht (wirklich wissenschaftlich), sein Programm ist aber über vereinzelte Glücksmomente nicht herausgekommen.
Es ist mehr oder weniger Brute Force, wobei die Kunst darin liegt, den Baum der Möglichkeiten möglichst früh zu beschneiden. Die positionellen Kriterien gehen über einen Bauernwert so gut wie nie hinaus, die Bewertung ist am Material orientiert, an der Beherrschung freier Felder... lauter Dinge die schnell zu realisieren sind.
Mit den Bit Boards hat das ganze eine neue Stufe erreicht, etwa so wie auch Matrizen in der höheren Mathematik. In der Regelungstechnik stellt man z.B. Gleichungen auf, transformiert diese mit der sog. Laplace-Transformation und erhält einfachere, algebraisch lösbare Gleichungen. Für den Computer werden diese in Matrizen organisiert und der berechnet die. An der Stelle hat man aber den Durchblick, was diese Matrix noch mit der zu regelnden Größe zu tun hat, irgendwie nicht mehr so ganz.
So ist es mit den Bit Boards und einer Stellung auf dem Brett. Man hat ein Bord für alle Felder, die eine bestimmte Figur besetzen kann, ein Board für dieses, eins für jenes. Nun kann man mit ganz elementaren UND/ODER/NICHT Funktionen sehr schnell Züge ausführen und bewerten. Es ist wesentlich wichtiger, einen Halbzug mehr zu berechnen als der Gegner, als etwa groß positionelle berechnungen, weil es viel zu viele Ausnahmen von einfachen Regeln gibt. Das Schachspiel ist für Computer zu komplex, also bringt man es mit Programmen weiter, die dumm aber schnell sind. Daran hat sich so weit ich weiß seit Deep Thought, später Deep Blue, nix geändert und wird es wohl auch nicht. Die Summe der Ausnahmen ist zu groß, das kostet bei zu komplizierten Bewertungsfunktionen zu viel Zeit.
Ich hoffe dass das Beispiel nicht zu sehr verwirrt, ich will daran nur zeigen, dass die Programmierer beim "Feintuning" ihrer Bewertungsfunktionen nicht unbedingt wissen müssen, was das ganze für reale Positionen bedeutet
zumal da ja Großmeister und Programmierer zusammenarbeiten und die Rechner durch Analysen ihre Parameter teils selbst angleichen.
Falls ich völlig verwirrend war sags ruhig, ich versuchs dann gerne nochmal