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29.11.2010, 18:54
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Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Was macht ihr?
hr kennt sicher die Situation: Ihr spielt eine Schnellschachpartie oder eine Turnierpartie mit langer Bedenkzeit. Euer Gegner verliert verliert seine Dame oder einen Turm, ohne irgendeine Kompensation dafür zu erhalten. Aber anstatt aufzugeben spielt er fröhlich weiter als wäre nichts gewesen. Was macht ihr in so einer Situation?
Wie wir hier in einem anderen Beitrag feststellen konnten, weist Kortschnoi seine Gegner darauf hin, dass er Großmeister sei.
Wenn mein Gegner sowas in einer Turnierpartie macht, dann lasse ich mir für gewöhnlich Zeit, gehe im Saal umher, Kiebitze oder gehe etwas essen, damit der Gegner merkt, dass er eigentlich seine Zeit verschwendet und nicht meine. Dann, wenn meine Zeit geringer ist als sein und bei ihn eine leise Hoffnung aufkeimt auf Zeit zu gewinnen, komme ich wieder ans Brett und blitze die Partie zu Ende.
Eine andere Möglichkeit, die mir aber nur online zweimal gelungen ist, besteht darin sich drei Springer zu machen und dann mit ihnen Matt zu setzen. Das hat zumindest einen ästhetischen Wert.
Wie ist eure Herangehensweise?
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29.11.2010, 19:11
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Totaler Kenner
DWZ/Elo: 2369
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Registriert seit: 11.2008
Ort: Duisburg
Beiträge: 153
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Einen solch extremen Fall hatte ich m.W. nach noch nicht, zumindest nicht seit ich kein Jugendlicher mehr bin.
Wahrscheinlich würde ich ihn so schnell wie möglich Matt zu setzen versuchen und anschließend die Analyse verweigern.
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29.11.2010, 20:16
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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ich hatte das erst einmal (die partien vor vielen Jahren, als meine gegner und ich noch ~1000 DWZ stark/schwach waren, lass ich mal lieber weg). Ich war recht irritiert, ich hatte einen Turm und eine Figur mehr (Damen waren vom Brett) und mein Gegner spielte selbstbewusst weiter.
Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, einfach normal weiterzuspielen. Man seinen Gegner ja nicht zur Aufgabe zwingen. Es gibt auch einen, den viele fürchten, weil er häufig trotz Materialrückstand (sagen wir mal eine Qualität) die Partie noch dreht.
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29.11.2010, 23:52
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Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Zitat:
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Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, einfach normal weiterzuspielen.
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Eigentlich spricht auch nichts dagegen, aber man möchte doch irgendwie seinen Gegner für seine Sturheit und das mangelnde Schachverständnis bestrafen.
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30.11.2010, 09:02
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Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 2122/----
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Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 87
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Bestrafe? - Nööö...
Moin,
bestrafen?! Hmmm, ich weiß nicht. Wofür? Dafür, dass er eine in deinen Augen völlig hoffnungslose Stellung nicht sofort aufgibt? Aber es könnte doch sein, dass er schachlich noch nicht soweit ist wie du. Er erkennt die Hoffnungslosigkeit seiner Lage möglicherweise gar nicht... Vielleicht will er aber auch von dir lernen. Zum Beispiel, wie man eine klar gewonnene Stellung technisch sauber gewinnt... Oder willst du ihn dafür bestrafen, dass er deine Zeit verschwendet? Aber vielleicht ist Schachspielen eine der wenigen Freuden, die dieser Mensch in seinem Leben hat. Vielleicht ist es ihm nicht ganz so wichtig, ob er gewinnt oder verliert; hauptsache er kann überhaupt spielen, bevor er in einen tristen Alltag seines Daseins zurückkehren muss!? Wer weiß das schon...?
Aber selbst wenn ich zum Beispiel sicher wüsste, dass mein Gegner sich nur so verhält, weil er mich ärgern will, stört mich das eigentlich nie. Ich spiele ruhig und ganz normal weiter, tausche Figuren, achte auf seine Schwindelchancen und setze ihn einfach irgendwann matt. Wenn er anschließend noch die Partie kurz durchgehen möchte, mache ich das in der Regel auch noch (es sei denn, er ist mir unsympathisch). Dann kommentiere ich seine Züge oberflächlich, meine Ideen gebe ich eher nicht preis und sage ihm, ab wann ich seine Stellung für hoffnungslos hielt. Ich habe einfach zu viele "arme Würstchen" mir gegenüber sitzen gehabt, um mich darüber aufzuregen, dass jemand den rechten Zeitpunkt zur Aufgabe nicht erkennt oder nicht wahrnimmt. Und Fälix hat völlig recht: Es gibt keine Regel, die es verbietet, für eine verlorene Sache weiterzukämpfen. So lange er sich also regelkonform verhält, spiele ich einfach weiter.
LG von der Waterkant.
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30.11.2010, 09:34
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Einsteiger
DWZ/Elo: 1560
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Registriert seit: 08.2010
Beiträge: 17
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Moin,
ein Vereinskollege hat zu mir, in einer für ihn auf Verlust (1 Figur/1 Qualität weniger) stehenden Partie, gesagt das er das jetzt weiterspielen würde damit er auch mal wieder ein "Endspiel" erleben würde. Die meisten geben so früh auf, das es dazu nicht kommen würde. Dann steht man irgendwie auf dem Schlauch wenn es mal so weit ist. Des weiteren kommt Hochmut vor dem Fall, vor Fehlern ist keiner sicher....
Vielleicht ist das bei einer DWZ ab 1700/1800 so das man weniger Fehler macht, aber wenn man noch keine hat (wie ich  z.B. ) oder eine niedrige um die 1200-1500 kann man durchaus auf welche hoffen.
Für mich hat es letztens gegen eine 1900ér DWZ in einer Schnellschachpartie trotz einer früh verlorenen Figur weniger fast für ein Remie gereicht. Da habe ich es allerdings im Endspiel vergeigt. Das wäre für mich auch schon ein schöner Erfolg gewesen. (man freut sich auch über Kleinigkeiten)
Bei der anschließenden Analyse war die Beurteilung des Gegners nicht genervt sondern produktiv und konstruktiv (und auch positiv  ). Das sollte auch so sein.
Irgendwo sollte auch noch der Spaß am Spiel und auch der Respekt vor dem Gegner vorhanden sein.
LG
Ingo
Geändert von Hugi (30.11.2010 um 09:38 Uhr)
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30.11.2010, 12:26
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Totaler Kenner
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Registriert seit: 11.2008
Beiträge: 164
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Normalerweise mache ich es genau wie Dede es geschrieben hat: Normal weiterspielen, auf Schwindelchancen achten, ggf. abtauschen und bald das Matt erzwingen.
Der Gegner hofft ja noch auf irgendwelche dummen Fehler. Deshalb würde ich auf keien Fall wie im Eingangspost beschrieben arrogant die Zeit runter laufen lassen sondern mit der zu Verfügung stehenden Zeit die Partie absolut sicher nach Hause fahren.
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30.11.2010, 13:36
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo schneller Max,
Zitat:
Zitat von maxquick
hr kennt sicher die Situation: Ihr spielt eine Schnellschachpartie oder eine Turnierpartie mit langer Bedenkzeit. Euer Gegner verliert verliert seine Dame oder einen Turm, ohne irgendeine Kompensation dafür zu erhalten. Aber anstatt aufzugeben spielt er fröhlich weiter als wäre nichts gewesen. Was macht ihr in so einer Situation?
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Also Du erwähnst hier zwei Dinge, die man meiner Ansicht nach schon differenziert halten sollte: Schnellschach und Turnierschach.
Im Schnellschach spiele ich alles weiter, es sei denn, dass ich einen echten Bock ohne die geringste Aussicht auf Kompensation (Schummelmöglichkeiten) schieße - beispielsweise Schwerfigur ersatzlos einstellen bei ausreichender Bedenkzeit des fähigen Gegners etc.
Wenn ich bedenke, wie oft ich mit total gewonnener Stellung im Blitz- u. Schnellschach verliere und umgekehrt auch gelegentlich auf Zeit in verlorener Position gewinne, dann erscheint es mir unklug, hier überstürzt vorzeitig das Handtuch zu werfen.
Beim Turnierschach sieht das wieder anders aus. Hier würde ich - wenn ich davon ausgehen kann, dass mein Gegner ein erfahrener Spieler ist - schon allein deshalb aufgeben, weil ich mich über meine eigene Blödheit ärgere. Wenn ich - was zum Glück sehr selten vorkommt - in einer Partie mit langer Bedenkzeit eine Schwerfigur einzügig und ohne Kompensation einstelle, dann bin ich entweder in extremer Zeitnot oder habe einen so schlechten Tag erwischt, dass ein Weiterspielen sowieso sinnlos wäre.
Zitat:
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Wie wir hier in einem anderen Beitrag feststellen konnten, weist Kortschnoi seine Gegner darauf hin, dass er Großmeister sei.
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Ich erlebte Kortschnoi mal bei einer Simultanveranstaltung. Ein Gegner bot ihm Remis an, woraufhin die Schachfiguren durch den Saal flogen. Ob man solches Gehabe nun pauschalisieren sollte, das bezweifle ich doch stark. Als gutes Vorbild sei hier Vlastimil Hort genannt, gegen den ich selbst schon simultan spielen durfte. Die Menschen sind verschieden, so auch die Großmeister. Ständedünkel gehört in die Vergangenheit, in einer liberalen Gesellschaft sollte man jedem Menschen den gleichen Respekt zollen, oder es zumindest versuchen.
Zitat:
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Wenn mein Gegner sowas in einer Turnierpartie macht, dann lasse ich mir für gewöhnlich Zeit, gehe im Saal umher, Kiebitze oder gehe etwas essen, damit der Gegner merkt, dass er eigentlich seine Zeit verschwendet und nicht meine. Dann, wenn meine Zeit geringer ist als sein und bei ihn eine leise Hoffnung aufkeimt auf Zeit zu gewinnen, komme ich wieder ans Brett und blitze die Partie zu Ende.
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Dergleichen fragwürdige Aktionen würde ich in einer Turnierpartie nicht veranstalten. Mein Spielpartner hat das gute Recht, so lange zu spielen, bis das Spiel regelkonform beendet ist. Hier nun die beleidigte Leberwurst zu spielen und auf die persönliche Angriffsebene zu wechseln, das halte ich für verfehlt. Schließlich muss es mein Gegenüber nicht böse meinen, wenn ich ihm also mangelnden Respekt unterstelle, dann gebe ich mich einem Vorurteil hin, das auch daneben liegen kann.
Ein Beispiel: in meinem Verein gibt es einen Spieler, der prinzipiell niemals aufgibt, egal wie schlecht er steht. Ihm ist es dabei egal, ob der Gegner Anfänger oder versierter Spieler ist. Er lässt sich immer das Matt zeigen. Meist kommt es, wie es kommen muss. Aber ab und an (selten zwar) gewinnt er dann doch noch, weil sein Gegner seinerseits patzt. So neulich bei einem Mannschaftskampf. Er spielte mit einer ganzen Figur weniger, hätte er aufgegeben, so wäre der Kampf für uns verloren gewesen. Allein seine Hartnäckigkeit rettete uns den Sieg.
Am Anfang wurde er deswegen etwas schief beäugt, bis man allgemein erkannte, dass das einfach zu seiner Art (Persönlichkeit) dazugehört und es also keinen Grund gibt, dieses Verhalten als persönlichen Affront auszulegen.
Auch ich habe in unklarer Stellung schonmal mit einem ganzen Turm weniger noch einige Züge weitergespielt. Innerlich hatte ich die Partie bereits aufgegeben und war auch kurz davor, ihm die Hand zur Gratulation zu reichen, da stellt mein junger Spielpartner (der bis dahin fabelhaft gespielt hatte) ohne Not seinen Turm ein und ich konnte die Misere noch gewinnen.
Beste Grüße,
gisi
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27.01.2011, 19:22
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Einsteiger
DWZ/Elo: 1357
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Registriert seit: 12.2009
Ort: Wien
Beiträge: 19
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Natürlich nervt es wenn man ganz klar durch einen Blick auf das Brett ersehen kannn das die Partie für den Gegner gelaufen ist, alllerdings kann diese Partie auch sehr viel bringen.
Übung nämlich!
Bei einem Tunier würde ich natülich raaten wie von einigen von euch bereits angemerkt, die Partie sicher nach Hause bringen, das tun was nötig ist und nicht überheblich herumflanieren oder die Zeit totschlagen.
Bei einer freien Partie könnte man die Partie allerdings zum ausprobieren von neuen ideen verwenden, zum ausprobieren, testen.
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