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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #1 (permalink)  
Alt 07.02.2010, 20:12
TAFKABP
Schachjournalist
 
Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen?

Hallo zusammen

wollte mit Euch mal die Frage des Threadtitels geklärt haben. Ihr könnt die Liste erweitern.

Als erstes wäre m.E. das Wissen hervorzuheben.

- Eröffnungskenntisse und vor allem auf die Spielweise abgestimmtes Eröffnungsrepertoir
(Beachtung der Eröfnungsprinzipien)
-vorhandene Palette an Mittelspielstrategien und taktisches Sehvermögen mit Zuhilfenahme aller taktischen Möglichkeiten(Pfeil im Köcher)
-Spielweise bei unterschiedlichen Bauerformationen im Zentrum
-Anlage des Mittelspiels in Hinsicht auf das Endspiel
-Endspielkenntnisse
-Fähigkeit zur Herbeiführung von Remiswegen in Verluststellungen
-ökonomisches, zähes Verteidigen
-richtige Stellungsbeurteilung
-vorhandenes Arsenal an Schachstellungen (Chunks)
-Umgang mit dynamischen und statischen Stellungen (Universalismus)
-vernünftige Zeiteinteilung

als zweites die Charaktereigenschaften und die geistigen Fähigkeiten
-Siegeswille
-Gedächtnis
-Konzentrationsfähigkeit
-Phantasie
-guter Gesundheitszustand und Leistungsvermögen
-Intelligenz?
-wie stark ist das Interesse am Schach ausgeprägt?
-Fähigkeit zur objektiven Stellungseinschätzung
-gesunde Coolness
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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #2 (permalink)  
Alt 07.02.2010, 22:37
Großpatzer
Totaler Kenner
 
Registriert seit: 11.2008
Beiträge: 164
Was willst du damit erreichen?
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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #3 (permalink)  
Alt 08.02.2010, 11:14
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Ebenso wie Großpatzer weiß ich nicht, inwieweit TAFKABP jetzt in eine fachwissenschaftliche Diskussion einsteigen möchte, die vermutlich mindestens ein halbes Studium in Psychologie/Pädagogik erfordert !?

Es ist bestimmt für jeden ambitionierten Vereinsspieler (so 1700++) sinnvoll, mal bißchen was über diese didaktisch-psychologischen Themen bei Rowson (7 Todsünden bzw. Zebras) oder Nunn (Prakt. Schachgeheimnisse) gelesen zu haben. Allerdings ist es wohl sehr schwer (und auch nicht unbedingt eindeutig), hier ein komplettes und "wahres" Raster solcher Faktoren auszulegen.

Deshalb nachfolgend nur paar Anmerkungen.

***********************************

Nunn hat bestimmt recht, wenn er sagt, daß die natürlichen Faktoren (allg. "Intelligenz" usw.) kaum noch beeinflußbar sind, wenn man schon so weit ist, daß man sich solche metatheoretischen Fragen stellt. Es kommt also mehr darauf an, sein vorhandenes (und kaum noch steigerungsfähiges) Potential voll auszuschöpfen, was noch genug Spielraum bietet!

Vieles von dem, TAFKABP, was Du unter WISSEN summierst, fällt eher unter praktische Fähigkeiten als unter (theoretisches) Wissen! Ohne Wissen (z.B. der Fide-Regeln, in konkreten EÖvarianten oder in theoretischen Endspielen) kommt man natürlich nicht aus, eher noch wichtiger sind aber die praktischen Fähigkeiten, wenn es darum geht, die Stellung auf dem Brett nicht nur zu beurteilen sondern auch zu spielen!
Diese "Skills" werden auch nicht gelernt sondern geübt !!! Wie eine unserer Nationalspielerinnen neulich sagte: Schach ist 20% Talent und 80% Training!
[Als Anfänger macht man zunächst allein durch bißchen Talent/Intelligenz, Schachbegeisterung und paar Eröffnungstricks sehr gute Fortschritte! Viele sehen nicht den Punkt, wo das kaum noch weiterhilft. Aufgrund ihrer Erfahrung steigt das Rating noch ´ne Weile leicht an, aber zu echtem Fortschritt wäre echtes Training (Mittelspiel, Endspiel, "ordentliches" Repertoire) nötig!]

Dazu paßt, daß natürlich ein gesundes Maß an "Siegeswillem" haben sollte, aber bitte nicht zuviel davon! Das führt nur zu suboptimalem Spiel aufgrund von Selbstüberschätzung (und zu schlechten Manieren).
Ein Tennis-Trainer sagte mal sehr schön: "Wichtiger als der Wille zum Sieg ist der Wille zum Trainieren für den Sieg""

tracke
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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #4 (permalink)  
Alt 08.02.2010, 20:27
TAFKABP
Schachjournalist
 
Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
Danke für Deinen ausführlichen Beitrag tracke!
Wird man denn nun zum Meisterspieler geboren oder trainiert?
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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #5 (permalink)  
Alt 10.02.2010, 00:13
King of Comments
Totaler Kenner
DWZ/Elo: 2369
 
Registriert seit: 11.2008
Ort: Duisburg
Beiträge: 153
Zitat:
Zitat von TAFKABP Beitrag anzeigen
Danke für Deinen ausführlichen Beitrag tracke!
Wird man denn nun zum Meisterspieler geboren oder trainiert?
Wahrscheinlich mehr trainiert als geboren (so im Verhältnis 60-40).
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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #6 (permalink)  
Alt 10.02.2010, 09:27
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Vor langer Zeit habe ich mich in irgendeinem anderen Thread (war das der "IM in 5 Jahren" ?) dazu ausführlicher geäußert. Deshalb nur ganz kurz:

These 1 Jeder, der jung und nicht gerade pathologisch dumm ist, kann mit bißchen systematischem Training etwa ein 1800-Rating erlangen.
Wer das nicht schafft, trainiert (und spielt) entweder total falsch oder hat das Pech, nie gegen stärkere Spieler antreten zu können (etwa weil in seinem Dorfverein niemand mehr als 1400 hat).
Mir ist mal aufgefallen, daß unter all den "östlichen Schachfreunden, die in den letzten 20 Jahren in den Westen eingesickert sind", kaum jemand mit Rating 1500 oder 1300 dabei ist - die haben alle (in Schule oder Pionierpalast) einige Zeit gutes Training genossen (im schachlichen Sinne) und dann haben eben alle ihre ~1800 !


These 2 Jeder, der jung und auch nur durchschnittlich intelligent ist, kann mit Hochleistungstraining ein IM-Niveau erreichen.
Das haben sowohl die Russen als auch die Polgars gezeigt. Ob das in jedem Einzelfall menschlich toll ist, ist natürlich eine andere Frage. Und an Kleinigkeiten wie Schulpflicht darf man sich auch nicht stören...

In diesem Bereich (1200-2400) ist wohl Training der wichtigere Faktor, Intelligenz/Talent bringt natürlich zusätzlich was.
Vermutlich wird in den höheren GM-Gefilden "Talent" dann immer wichtiger, in die Top20 kommt man wohl nicht allein durch massives Training.

tracke
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  Faktoren welche die Spielstärke eines Schachspielers ausmachen? Beitrag #7 (permalink)  
Alt 10.02.2010, 10:47
Großpatzer
Totaler Kenner
 
Registriert seit: 11.2008
Beiträge: 164
Hallo Tracke,

Folgenden sehr interessanten Beitrag von dir zu diesem Thema habe ich gefunden:
In 5 Jahren auf 2000 ?

Den genannten Zeitraum von 5 Jahren halte ich für realistisch, wenn man denn genügend Zeit zum Training und für Turniere hat sowie einen super Verein mit hilfsbereiten starken Spielern oder Geld für Trainerstunden hat. Als Autodidakt werden es die wenigsten schaffen. Und wenn es in der Praxis auch mal 7-10 Jahre dauert ist es auch kein Beinbruch!
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