Ich habe mir außer meinen (empirischen) Betrachtungen der Szene sowas eigentlich noch nie überlegt.
- aber mir kommen Deine Betrachtungen recht plausibel vor.....
Mögliche Gründe sind imho:
- ein Erwachsener, der vor hat die Sache ernst zu nehmen, wird schon vor seiner ersten Turnierpartie einige Monate im Klub, im Kaffeehaus, im Internet und mit Büchern trainieren...... (womit er nicht mehr mit seiner "Anfängerspielstärke" beginnt - was ihm weniger Platz lässt)
- Erwachsene (speziell die 30+ Kategorie) haben, nach meiner bescheidenen Erfahrung keine 1900 - es sei denn - sie haben als Kinder/Jugendliche schon ziemlich ernsthaft Schach gespielt.
- wenn man keinen neuen Zugang zur Materie entdeckt (was mit vorgerücktem Alter immer schwieriger wird - weil man ja zum Teil jahrelange, durchaus erfolgreiche Überlegungen über Bord werfen muß) ist man in dem Bereich 200 - (max.) 300 ELO plus limitiert - das ist imho (ungefähr - zumindest in der angespr. Kategorie 1500-2200) der Wert jahrelanger Turnierpraxis.
- dazu kommt, dass (meiner Meinung nach jeder - aber ich lass' mit mir darüber reden

) Spieler mit fortschreitendem Alter beginnt "rechenfauler" zu werden - das ist nicht notwendigerweise eine negative Eigenschaft, denn man "substituiert" die Rechenpower der Jugend, durch Erfahrung und allg. Abschätzung, was sowohl die Ressourcen Zeit als auch Kraft schont, was für einen Wettkampfsport Bedeutung besitzt.
Witzigerweise hält das jahrelang die Spielstärke auf etwa einem level - man weiß immer mehr - und rechnet immer weniger....

Man spielt anders, aber die ELOzahl ist wie "angeschraubt". Ich seh' das, unter anderem, an mir selbst. Ich spiel' seit vielen Jahren 20-40 Partien pro Jahr/ eigentlich immer (mit ein paar Ausreissern nach oben um mein 30 Lj.) mit einer ELOleistung von etwa 1900 - 2150 (und einer ELO zw. 2000 und nicht ganz 2100). Aber ich gewinne jetzt manchmal Partien fast ohne Taktik (die positionellen Desaster haben stark abgenommen - dafür die taktischen zu

)