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22.12.2008, 02:46
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Neuling
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Registriert seit: 05.2008
Beiträge: 4
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Taktik oder Strategie
Hallo Schachfreunde!
In einem anderen Faden meinte dirad: „Bis 1600 entscheidet Taktik alles.“ Da ich selbst nie über die 1600 DWZ kam, frage ich mich, wie es da oben in luftiger DZW-Höhe allgemein mit der Strategie aussieht und welche strategischen Elemente hinzukommen. Hm, nein, ich frage nicht mich, ich frage Euch! 
Ich wünsche Euch schöne Weihnachtstage.
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22.12.2008, 15:20
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 2024/2061
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 236
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also so wie ich das sehe kann man auch über 1900 kommen ohne groß ne strategie zu haben
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06.04.2009, 01:15
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Totaler Kenner
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Registriert seit: 04.2009
Beiträge: 155
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Daß bis 1600 Taktik alles entscheidet, glaube ich nicht: Wer positionell nichts kann, dem werden sich auch kaum taktische Chancen bieten, es sei denn seine Gegner machen alle dauernd fatale Fehler, und er wird gegen einen soliden Spieler unweigerlich in Schwierigkeiten kommen.
Allerdings sind die Grenzen - abseits der Taktik bzw. kombinatorischen Spiels - zwischen Intuition, Positionsgefühl, positionellem Können, -Wissen bzw -Stil und schließlich "Strategie" fließend, die Definitionen unterschiedlich, und die Meinungen vielfältig.
Es gibt jedenfalls viele eher einfache "nicht-taktische" Dinge ohne die man m.E. schwerlich auf 1600 kommt. Einige wenige(!), typische Beispiele:
Dame nicht zu früh ins Spiel bringen, wird nur herumgejagt. Bei einem eventuellen Bauerntausch ist Schlagen zum Zentrum normalerweise besser, nicht weg vom Zentrum. Man gebe nicht grundlos das Läuferpaar durch Abtausch LxS auf. Gerne platziert Weiß einen Turm auf der 7. Reihe. Usw. usf, das sind alles keine taktischen Elemente, aber jeder 1600er kennt das und benutzt das, und noch viel mehr derartiges.
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16.04.2009, 13:17
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Einsteiger
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Registriert seit: 04.2008
Beiträge: 13
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In Zeitnot und in ständiger Zeitnot wie dem Blitzen steigt wieder die Bedeutung der Taktik.
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16.04.2009, 16:32
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Schachjournalist
DWZ/Elo: ~1750
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Registriert seit: 11.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 267
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Zitat:
Zitat von Alois Schachownik
Dame nicht zu früh ins Spiel bringen, wird nur herumgejagt. Bei einem eventuellen Bauerntausch ist Schlagen zum Zentrum normalerweise besser, nicht weg vom Zentrum. Man gebe nicht grundlos das Läuferpaar durch Abtausch LxS auf. Gerne platziert Weiß einen Turm auf der 7. Reihe. Usw. usf, das sind alles keine taktischen Elemente, aber jeder 1600er kennt das und benutzt das, und noch viel mehr derartiges.
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kann man weiterführen mit etwas "fortgeschritteneren" dingen (die meiner meinung nach den unterschied zwischen 1600 und 1800 ausmachen. bin gerade irgendwo dazwischen) wie guter/schlechter läufer, welche bauernstruktur ist besser fürs endspiel, hab ich im endspiel lieber einen springer oder läufer, sollte ich die stellung jetzt öffnen oder lieber noch etwas verstärken... etc
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16.04.2009, 23:35
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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Imho ist es nutzlos sich unter 15-1600 mit wirklich strategischen Dingen zu beschäftigen (ein einstellfreies Spiel mit 3 HZ Rechentiefe sollte ungefähr dort münden).
Natürlich braucht man auch für die Verwertung einer Mehrfigur strat. Wissen (wie Zurückdrängen, Tauschdrohung, einen Bauern behalten...... etc.)
- aber Sachen wie Bauernstruktur im Zusammenspiel mit Leichtfiguren sind unter dem Level schwer zu gebrauchen (und der Beweis ist mit eigenen Mitteln unmöglich).
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12.09.2009, 06:44
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Einsteiger
DWZ/Elo: 1880 CH-Elo
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Registriert seit: 07.2009
Beiträge: 12
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Ich muss Angie vehement widersprechen, es ist immer wichtig zu wissen welche Pläne man verfolgen sollte. Klar braucht ein 1600 keine positionellen Finessen zu kennen. Aber ohne Ideen kann man auch keine dazugehörigen Varianten berechnen! Weiss man zum Beispiel, dass ein bestimmer Bauernvorstoss gut für die eigene Stellung ist, kann man sich auf jene Varianten beschränken, die den Bauernvorstoss vorbereiten. So muss man nur 2-3 Varianten prüfen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bis 2000 Elo immer noch zuviele dumme, taktische Fehler begangen werden. Aber ohne Plan wird man seltener Stellungen bekommen, die den Gegner unter Druck setzten und zu taktischen Fehlern verleiten.
Ich bin neulich an einem Turnier zweimal zusammengeschoben worden, beidemale von Gegner mit 1950-2000 Elo. In einer Partie hatte mein Gegner seine Entwicklung abgeschlossen, seine Türme verbunden, sein König war in Sicherheit, alle Figuren standen harmonisch und aktiv. Kurzum mein Gegner konnte seine Stellung kaum noch verbessern. Meine Position war eine Katastrophe, König in der Mitte gefangen, Läufer c8 und Turm auf a8 eingesperrt ohne Hoffnung auf Befreiung.
Der Plan wäre einfach gewesen, alles was mein Gegner hätte tun müssen war die Stellung zu öffnen um Linen und Felder freizulegen für seine Figuren. Doch mein Gegner entschied sich die Stellung abzuschliessen, um allen BauernSpannungen aus dem Weg zugehen um seine bessere Stellung "nicht zugefährden". So konnte ich mich ins Remi retten. Beim zweiten Gegner passierte das Gleiche und ich hatte ebenfalls Zeit meine Verteidigung zuorganisiern und auszugleichen, leider verlor ich aber das Endspiel.
Meiner Meinung nach, sollte man im Schach alle Aspekte studieren um besser zu werden. Das Hauptproblem bei der Strategie seh ich darin, dass man es sich nur schwierig alleine im Selbststudium aneignen kann. Denkfehler, falsche Angewohnheiten und das schlechte Einschätzen seiner eigenen Stellungen können sich unter Umständen das ganze Leben hindurch negativ auf das eigene Schachspiel auswirken, während Taktischen Problemen problemlos dank Engines aufgedeckt werden.
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