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Schachgeflüster

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  Frage zum Schachjargon Beitrag #1 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 10:47
Grillmeister
Einsteiger
 
Registriert seit: 03.2006
Beiträge: 11
Frage zum Schachjargon

hallo zusammen

mir liegt schon seit langem eine Frage auf dem Herzen - habs schon oft in Büchern usw. gelesen - jedoch nie richtig verstanden was damit gemeint ist ..

Was genau ist ein Qualitätsopfer?

Danke für eure Antworten - möglichst mit Beispiel
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #2 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 11:06
sendeverbot
Aktiver
DWZ/Elo: ~1550
 
Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 40
Eine Qualität ist für Gewöhnlich wenn man für einen Springer oder Läufer einen Turm weniger hat. Man hat dann eine Qualität weniger.

Wenn man jetzt für andere Vorteile einen Turm gegen einen Springer oder Läufer tauscht, opfert man die Qualität, für z.B. Initiative...

Grüße
Christian
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #3 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 12:54
Benutzerbild von chessychess
chessychess
Garry des Forums
DWZ/Elo: DWZ: 1643
 
Registriert seit: 12.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 944
Mit einem Qualitätsopfer bezeichnet man einen Abtausch einer stärkeren gegen eine schwächere Figur: Turm schlägt Läufer/Spriner.

An dieser Stelle stell ich mal 'ne Frage: Ist das Tauschen einer Dame gegen einen Turm auch ein Qualitätsopfer?
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #4 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 13:47
Bogoljubow
GM des Forums
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
MMn nicht. Das würde einem Turm entsprechen und vom Materiellen ist die Qualität (T gegen L/S) nach Turmgewinn - Leichtfigurengewinn - Qualität angesiedelt (eventuell noch "kleine Qualität" für Läufer gegen Springer - hab ich auch schonmal wo gehört). Dame gegen Turm läßt sich auch in kleineren Einheiten, abgesehen von den Bauern, ausdrücken.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #5 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 14:01
Benutzerbild von chessychess
chessychess
Garry des Forums
DWZ/Elo: DWZ: 1643
 
Registriert seit: 12.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 944
@Bogoljubow

Also dein Posting verstehe ich nicht so ganz. Turm gegen Springer oder Läufer (Springer/Läufer--> Hast du mich evtl. falsch verstanden?) lässt sich doch auch in Bauerneinheiten ausdrücken. Das ist also kein Argument. Es kommt zwar in der Praxis selten vor, dass eine Dame gegen einen Turm getauscht wird, eher Dame gegen beide Türme, oder Dame gegen Turm + Leichtfigur. Im ersten Fall würde ich nicht unbedingt vom Qualitätsopfer sprechen, weil die Türme rein materiell sogar der Dame überlegen sind (10 zu 9 Bauerneinheiten), aber bei Dame gegen Turm und Leichtfigur durchaus.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #6 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 14:24
alexmagnus
IM des Forums mit 2 GM-Normen
 
Registriert seit: 03.2006
Beiträge: 426
Was ist mit Läufer vs. Bauer? Bei Karpow habe ich an einer Stelle gefunden, wo er den Ausdruck "Qualitätsopfer" für ein solches Opfer (im Endspiel) verwendet.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #7 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 14:28
RemieM
Ass des Forums
 
Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
Grenzfall

Zitat:
Zitat von Grillmeister Beitrag anzeigen
hallo zusammen

mir liegt schon seit langem eine Frage auf dem Herzen - habs schon oft in Büchern usw. gelesen - jedoch nie richtig verstanden was damit gemeint ist ..

Was genau ist ein Qualitätsopfer?

Danke für eure Antworten - möglichst mit Beispiel
Wenn man einen strategischen positionellen Vorteil erlangt indem man Qualität opfert nennt man das für gewöhnlich positionelles Opfer.
Wenn man einen taktischen positionellen Vorteil erlangt indem man Qualität opfert nennt man das für gewöhnlich Qualitätsopfer.
Wenn man Qualität opfert ohne (theoretisch) einen Vorteil zu erlangen nennt man das für gewöhnlich (theoretisch) inkorrektes positionelles Opfer, (theoretisch) inkorrektes Qualitätsopfer oder auch einstellen.

Ein Opfer muss nicht mit einem Abtausch verbunden sein.
Angehängte Dateien
Dateityp: pgn Grenzfall.pgn (641 Bytes, 21x aufgerufen)
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #8 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 14:30
Benutzerbild von thinkoutsidethebox
thinkoutsidethebox
GM des Forums
DWZ/Elo: ELO 1700
 
Registriert seit: 11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 469
turm gegen läufer zu tauschen ist ein qualitätsopfer und turm gegen springer zu tauschen ist ein qualitätsopfer. alles andere nicht.

bei dame gegen turm sagt man theoretisch: wenn die königsstellung sicher ist, sind die beiden türme stärker.

ich hab selbst mal bei einer turnierpartie entscheiden können ob ich die qualität verliere, also meinen turm gegen einen springer hergebe, oder ob ich meine dame gegen den springer und noch einen turm abtausche. ich entschied mich für das letztere weil ich dachte ich würde etwas später noch einen bauer dazubekommen, so wars aber leider nicht weil ich irgendein schach im 3ten folgezug übersehen habe. die partie endete trotzdem remis weil mein gegner genau dasselbe im späteren mittelspiel zurücktauschen musste, da seine königsstellung zu offen war.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #9 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 14:55
Bogoljubow
GM des Forums
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
Zitat:
Zitat von alexmagnus Beitrag anzeigen
Was ist mit Läufer vs. Bauer? Bei Karpow habe ich an einer Stelle gefunden, wo er den Ausdruck "Qualitätsopfer" für ein solches Opfer (im Endspiel) verwendet.
In diesem Sinne wird alles als Qualität bezeichnet was weniger als eine Figur Unterschied im Materialwert darstellt.

@chessy

Eben nicht in Bauerneinheiten ausgedrückt. Genau das will man ja vermeiden - sonst wäre Qualität einfach eine Bauerneinheit. Demnach würde ich D gg T+T als gleich schätzen. Bei deiner Rechnung 10 Bauerneinheiten gg 8 würde ich dann auch schon Qualität sagen. D gg T würde ich als T+ bezeichnen. D gg T + L als Qualität. D gg L + S als Figurengewinn usw.

@RemieM
Positionelles Opfer ist allgemein ein Opfer für positionelle Vorteile. Das muß keine Qualität sein.

@all
Und was ist jetzt die kleine Qualität?
L gegen S oder Läuferpaar gegen Springerpaar oder etwas ganz anderes?
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #10 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 15:08
Benutzerbild von thinkoutsidethebox
thinkoutsidethebox
GM des Forums
DWZ/Elo: ELO 1700
 
Registriert seit: 11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 469
ja die kleine qualität hab ich auch schonmal unter läufer gegen springer gehört weil der läufer in manchen stellungen besser ist. finde die bezeichnung aber schlecht, da sie nur für bestimmte stellungen gilt. ein springer ist ja auch oft stärker als der läufer.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #11 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 15:18
Bogoljubow
GM des Forums
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
Zitat:
Zitat von RemieM Beitrag anzeigen
Wenn man einen strategischen positionellen Vorteil erlangt indem man Qualität opfert nennt man das für gewöhnlich positionelles Opfer.
auch wenn man eine Figur opfert.
Zitat:
Wenn man einen taktischen positionellen Vorteil erlangt indem man Qualität opfert nennt man das für gewöhnlich Qualitätsopfer.
Wenn man Turm gegen Läufer gibt nennt man dies Qualitätsopfer. Was ist ein taktisch positioneller Vorteil? Ich finde entweder taktisch oder positionell.
Zitat:
Wenn man Qualität opfert ohne (theoretisch) einen Vorteil zu erlangen nennt man das für gewöhnlich (theoretisch) inkorrektes positionelles Opfer, (theoretisch) inkorrektes Qualitätsopfer oder auch einstellen.
Als Ergebnis einer Kombi ist es ein Qualitätsgewinn bzw -verlust. Als Beginn einer Kombination oder Abwicklung ist es ein Qualitätsopfer. Die "Qualität der Qualität" muß sich zwar in der Stellung erst erweisen, ist aber nicht mit einem positionellen Opfer gleichzusetzen. Genauso gibt es taktisch motivierte Figurenopfer und positionelle Figurenopfer.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #12 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 17:29
RemieM
Ass des Forums
 
Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
Lemmas

Zitat:
Zitat von Bogoljubow Beitrag anzeigen
auch wenn man eine Figur opfert.
1 ist das neutrale Element der Multiplikation und deswegen immer eine Einheit.
EINE übliche Bewertung der Qualität ist
Bauer 1
Springer 3
Läufer 3
Turm 5
Dame 9
König unendlich
Bei einem Qualitätsvergleich(=Materialvergleich) zwischen Weiß und Schwarz berücksichtigt man nur welche Spielsteine zu einem Zeitpunkt auf dem Brett sind oder welche Spielsteine innerhalb eines Zeitraums geschlagen wurden. Aus dem Wort Bauerneinheiten folgt nicht das die Stellung der Spielsteine auf dem Brett mitbewertet wird.

Zitat:
Zitat von Bogoljubow Beitrag anzeigen
Wenn man Turm gegen Läufer gibt nennt man dies Qualitätsopfer. Was ist ein taktisch positioneller Vorteil? Ich finde entweder taktisch oder positionell.

Als Ergebnis einer Kombi ist es ein Qualitätsgewinn bzw -verlust. Als Beginn einer Kombination oder Abwicklung ist es ein Qualitätsopfer. Die "Qualität der Qualität" muß sich zwar in der Stellung erst erweisen, ist aber nicht mit einem positionellen Opfer gleichzusetzen. Genauso gibt es taktisch motivierte Figurenopfer und positionelle Figurenopfer.
Mit einem taktischen positionellem Vorteil kann man eine Kombination mit anschließendem positionellem oder qualitativen Vorteil erzwingen, ob dies auch in der Praxis gelingt ist eine andere Frage. Mit einem positionellem Vorteil ist in der Regel ein strategischer positioneller Vorteil gemeint.
Eine Kombination ist eine erzwungene Zugfolge.
Ob ein Opfer ein qualitativer Vorteil(Spielstein geschlagen, aber Gegner schlägt nicht zurück), taktischer positioneller Vorteil, strategischer positioneller Vorteil oder praktisch inkorrekt ist hängt auch von der Antwort des Gegners ab.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #13 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 18:57
alexmagnus
IM des Forums mit 2 GM-Normen
 
Registriert seit: 03.2006
Beiträge: 426
Also laut meinen Quellen wird das Läuferpaar als "kleine Qualität" bezeichnet und nicht L vs. S. Das liegt darin, dass, obwohl ein Läufer 3 "Matrerialpunkte" wert sind, ist das Läuferpaar mehr als 6 (etwa 7,5) Punkte wert. Das wiederum liegt darin, dass die Läufer verschiednefarbig sind. Zwei weißfeldrige/schwarzfeldrige Läufer wären 6 Punkte wert.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #14 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 19:33
Bogoljubow
GM des Forums
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
@alexmagnus
Läuferpaar also, thx

@remiem
Ich finde du versteigst dich etwas. Klar, Taktik und Position/Strategie bedingen einander aber alles einfach mischen? Nicht so kompliziert.
Ich setze auch Qualität nicht mit Material gleich. Materiell gesehen macht die Qualität einen Bauern aus (T/L). Mit Qualität ist aber sicher mehr gemeint, insbesondere die Möglichkeiten der einzelnen Figuren. So hat ein Turm eine andere Qualität als ein Läufer welche meist den Wert eines Bauern übersteigt. Jedenfalls kann man mMn nach nicht sagen ein Turm hat eine Qualität von 4 oder 5 Bauern. Dies ist der reine Materialwert und Material ist nicht gleich Qualität.
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  Frage zum Schachjargon Beitrag #15 (permalink)  
Alt 23.04.2007, 20:16
Benutzerbild von Angie
Angie
IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
 
Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
imho ist "die Qualität" (als schachliche Werteinheit) ausschließlich die Differenz zwischen einer Leichtfigur und einem Turm. Da der Wert dieser Differenz sehr stark von der Aktivität der verbleibenden Figuren abhängt (der Bauernstruktur, Anzahl der Linien, Einbruchsfelder f.d. Turm) - und mit Fortgang des Spieles eine (in Bauerneinheiten) sehr unterschiedliche Größe haben kann, bezeichnet man die statische Komponente (nämlich den Unterschied in der Materialverteilung) als Qualität.

und je nach Art und Ausmaß der Entschädigung für die (verlorene) Q.

- (Art) positionell
- oder (Ausmaß) - materiell:

also

a) mehr als ausreichend
b) ausreichend
c) ungenügend

spricht man von:

a) Opfer oder sogar Kombination unter Opfer der Q.

b) Opfer - und sehr viele, blumige Formulierungen mit dem Ziel auszudrücken, dass auch nach dem "Abtausch" das Gleichgewicht ungefähr erhalten bleibt
- klassisch ist z.B T x Rochadespringer - und der Gegner ist zu gxf (oder auch bxc) gezwungen - wenn man dazu noch das Stoppfeld vor einem isolierten Zentralbauern (oder gleich den Bauern selbst) erhält, ist das Opfer im Mittel wie im Endspiel irgendwo im guten b) Bereich

c) Einsteller (der Turm kann aktiv werden, und es gibt idealerweise Bauern auf beiden Flügeln)

************************

Natürlich gilt die Terminologie für die Veränderung der Stellungsbewertung durch das (aktive, oder passiv angebotene) Opfer.

also z.B. vorher glatt gewonnen - nachher remis (oder schwieriger gewonnen) --> c)

Geändert von Angie (23.04.2007 um 20:20 Uhr)
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